Am vergangenen Samstag, den 31. Mai, demonstrierten mehr als 100 Menschen Unter dem Motto „ Was ihr wählt: Nationalismus, Rassismus , Leistungszwang“ in Hannovers Innenstadt. Um 17: 30 Uhr startete die Demonstration vom Hauptbahnhof aus und ging durch die Einkaufsmeile zum Schiller – Denkmal, bei dem es zu einer Zwischenkundgebung kam. Da in Hannover seit dem 24.5 ein selbstorganisiertes Refugee Camp durchgeführt wird, solidarisierte sich die Demonstration mit Sprüchen wie „Freedom of movement is everybodys right – we are here and we will fight!“ oder „Kein Mensch ist illegal, Bleiberecht überall“ mit den Protestierenden des Camps.

Auch an der Demonstration selbst nahmen Beteiligte des Camps teil und brachten ihre Wut über die deutsche, menschenverachtende Asylpolitik gemeinsam mit den anderen Demonstrant_innen auf die Straße. Thematisch setzten sich die Beiträge unter anderem kritisch mit der Wahl als solche und der AFD auseinander. Neben diesen verschiedenen, antinationalen, antikapitalistischen Redebeiträgen der organisierenden Gruppen, kam auch Hussein Charara zu Wort. Hussein führte im Herbst letzten Jahres am Schillerdenkmal einen Hungerstreik als Protest gegen die unmenschlichen Bewegungs – bzw. Lebensbedingungen von ihm und allen Refugees durch, welche unter anderem an der prekären, medizinischen Versorgung deutlich werden.

Nach der Zwischenkundgebung bewegte sich der Demozug dann über den Steintorplatz zum Ende der langen Laube, an dem die Abschlusskundgebung stattfand. Nachdem der Anmelder die Demonstration für beendet erklärt hatte, entschied sich eine Gruppe von Personen eine Spontandemo zum Refugee Camp am Weißekreußplatz anzumelden. Nachdem am vergangenen Mittwoch die Polizei im Auftrag der Stadt die Schlafzelte des Camps geräumt hatte, nutzten die Demonstrant_innen die Spontandemo, um sich mit den Protestierenden des Camps solidarisch zu zeigen. Am Camp angekommen, endete die Sponti und die Demoteilnehmer_innen konnten sich bei Vokü im Camp mit den Refugees austauschen und ihre Solidarität ausdrücken.

„Wir sind im Großen und Ganzen mit der Demonstration zufrieden“ sagte Alexandra K. , Mitorganisatorin der Demonstration. „Natürlich hätten wir uns noch ein paar mehr Leute gewünscht, aber für diese kurze Mobilisierungszeit war es sicherlich ein Erfolg mit Symbolcharakter. Wir haben gezeigt, dass es in Hannover Leute gibt, die der Europawahl mit samt ihrer zu Grunde liegenden, rassistisch – kapitalistischen Verwertungslogik in die Suppe spucken wollen und sich es nicht nehmen lassen, für die Solidarität mit den Refugees vom Weißekreuzplatz auf die Straße zu gehen. In diesem Sinne: Freedom of Movement is everybodies right! No Nation, No Border! Fight Capitalism now!“